Brief des Pfarrers - Juni '26

Pfarrer Breisacher macht sich Gedanken über einen Artikel in "Die Zeit": „Wenn ein Volk mal sehr unzufrieden ist mit seiner Regierung, liegt das wahrscheinlich an der Regierung. Aber wenn ein Volk dauerhaft unzufrieden ist mit jeder Regierung, dann stimmt möglicherweise auch etwas nicht mit: dem Volk.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser! 
 
Inzwischen ist es zu einer Art Volkssport geworden, über die Regierung zu schimpfen: Erst jahrelang über die Ampel. Jetzt über Friedrich Merz. Wer dabei am meisten auf den Putz haut, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Und die Medien machen bei dieser Politikerschelte kräftig mit. In der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ war letzte Woche (Nr. 23/2026) dazu ein interessanter Artikel zu lesen: Er begann mit der Beobachtung, dass in Europa fast alle amtierenden Regierungen beim jeweiligen Volk unbeliebt seien. Das führte die Autoren des Artikels zu der These: „Wenn ein Volk mal sehr unzufrieden ist mit seiner Regierung, liegt das wahrscheinlich an der Regierung. Aber wenn ein Volk dauerhaft unzufrieden ist mit jeder Regierung oder gar viele Völker eines Kontinents dauerhaft mit allen ihren Regierungen, dann stimmt möglicherweise auch etwas nicht mit: dem Volk.“ Den Artikel kann man hier in voller Länge lesen.
 
Das fand ich eine starke und nachdenkenswerte These! Statt also ständig über die angeblich unfähigen Politiker zu schimpfen, solle sich das liebe Volk doch mal bitte an die eigene Nase fassen, so die Autoren. Sie machen in dem Artikel dann eine ganze Reihe von bemerkenswerten Vorschlägen, wie jeder Wähler – völlig unabhängig von Entscheidungen der Regierung – Dinge im Land zu Besseren verändern kann.
 
Genauso interessant schließlich das Resümee am Ende des Artikels: „Diese Beispiele zeigen: Die Politik braucht einen New Deal mit dem Volk, sie muss sagen, dass sie bei fast allen großen Problemen helfen kann, aber kein einziges mehr allein lösen. Sie muss sagen, dass der Staat in diesen Krisenzeiten manche Aufgaben nicht mehr übernehmen kann, dass staatlicher Rückzug jedoch nur dort geht, wo das Volk sich zugleich ausdehnt, der neuen historischen Lage Rechnung trägt, die Folgen des eigenen Tuns begrenzt oder dafür aufkommt.“
 
Als Christen sollten wir nicht ständig schimpfen auf „die da Oben“, sondern für unsere Politiker beten. Wir sollten uns aber auch einmischen, wo es möglich ist. Und mit gutem Beispiel voran gehen, wo wir selber etwas ändern können …
 
 
Unser Highlight im Monat Juni ist die Konfirmation: Am 21. Juni werden 14 Jugendliche konfirmiert. Wir laden die ganze Gemeinde zu diesem besonderen Fest ein! Immerhin werden die Jugendlichen als vollwertige Mitglieder in unsere Gemeinde aufgenommen: Sie dürfen wählen, sie dürfen als Älteste gewählt werden und wir laden sie ein, sich in der Gemeinde zu engagieren. Da wäre es mehr als seltsam, wenn „die“ Gemeinde und die aktiven Mitarbeitenden fehlen würden. Deshalb herzliche Einladung! Unser Gemeindehaus ist groß genug, dass neben den Familien und ihren Gästen auch die regelmäßigen Gottesdienstbesucher Platz finden.
 
Das andere gottesdienstliche Highlight ist der Wiesengottesdienst eine Woche später: Wir hoffen auf gutes Wetter, damit wir wieder im Schatten der Bäume auf der Wiese bei der Friedenskirche feiern können.
 
Eine Übersicht über alle Gottesdienste und die Termine unserer Gemeindegruppen finden Sie über diesen Link.
 
Seien Sie herzlich gegrüßt,

Theo Breisacher

 
Kurzan(ge)dacht
Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald

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